Security Token als digitale Produktlösung

Mit dem Gesetz zur Einführung elektronischer Wertpapiere erschließen sich für Investoren neue digitale Produktlösungen und Investmentstrategien. Symon H. Godl, Geschäftsführer der Deutsche Finance Asset Management GmbH über den Transformationsprozess der Immobilie im digitalen Zeitalter.

Immobilien sind, historisch gesehen, attraktive Kapitalanlagen, die einen langfristigen und konservativen Vermögensaufbau ermöglichen. Nur wenige andere Anlageformen bieten seit jeher eine ähnliche Sicherheit und einen vergleichbaren Vermögens- und Inflationsschutz. Als eigene Anlageklasse mit interessantem Rendite- Risiko-Verhältnis sind Immobilien daher weitgehend unabhängig von den Entwicklungen der Kapitalmärkte und weisen bei langfristiger Betrachtung relativ geringe Wert- und Ertragsschwankungen auf.

Während die ausgleichende Wirkung von Immobilieninvestments im Anlageportfolio unbestritten ist, gilt der Aufbau eines rentablen und diversifizierten Immobilienportfolios jedoch allgemein als komplex. Denn neben einem hohen Kapitalbedarf und einer aufwändigen Prüfung geeigneter Investments, ist auch die laufende Verwaltung von Immobilieninvestments nicht zu unterschätzen. Bisherige Produktlösungen über indirekte Investmentalternativen sind zwar weniger komplex und bieten insbesondere für Privatanleger eine Reihe von Vorteilen, erfordern jedoch ebenfalls oft höhere Investmentbeiträge. Das Gesetz zur Einführung elektronischer Wertpapiere durch den Deutschen Bundestag schafft diesbezüglich nun weiteren Raum für neue und flexiblere Finanzprodukte und digitale Investmentstrategien im Bereich der Immobilie.

Digitale Produktlösung

Eine wesentliche Veränderung hinsichtlich digitaler Investmentstrategien ist dabei die Emission elektronischer Wertpapiere. Mit sogenannten Security Token kann damit künftig beispielsweise der Wert einer gesamten Immobilie oder einer Schuldverschreibung elektronisch und effizient in eine Vielzahl kleiner Anteilscheine aufgeteilt werden. Security Token werden dabei papierlos in das Depot des Anlegers eingebucht, oder in dessen persönliche, elektronische Brieftasche, das sogenannte „Wallet“. Somit können Anleger indirekt und mit geringem Kapitaleinsatz diversifiziert von der potenziellen Wertsteigerung, anteiligen laufenden Erträgen oder auch einem vereinbarten Zins profitieren. Durch diese neue Kleinteiligkeit wird die Anlageklasse einer viel breiteren Anlegerschicht zugänglich gemacht und Transaktionskosten können damit ebenfalls erheblich verringert werden. Auf der Investorenseite bieten Security Token damit neue Perspektiven und werden das Angebot von Finanzprodukten speziell im Bereich der Immobilie signifikant erweitern. Security Token sind dabei regulierte Finanzprodukte und Privatanleger können diese aufgrund ihrer Struktur als Blockchain-Assets Peer-to-peer handeln. Zwar müssen Börsen, staatlich oder privat, gewissen Regularien entsprechen, der Vorteil ist aber auch die Handelbarkeit von Security Token rund um die Uhr.

Nachhaltige Demokratisierung

Die Digitalisierung von Immobilieninvestments ermöglicht Privatanlegern, nahezu unabhängig von der Investitionshöhe, den Zugang zu attraktiven Immobilien institutioneller Qualität. Privatanleger bündeln damit ihr Kapital und investieren gemeinsam mit erfahrenen und kapitalstarken institutionellen Investoren in Immobilien. Damit können digitale Immobilienstrategien auch zu einer nachhaltigen Demokratisierung der institutionellen Investmentlandschaft in Deutschland und international führen. Die DEUTSCHE FINANCE GROUP hat mit der Gründung eines eigenen Fintech- Unternehmens bereits ihre strategische Ausrichtung in diesem Sektor erweitert und wird Investoren künftig einen vollständig digitalen Zugang zu Investmentstrategien anbieten.

Erschienen: privat banking magazin (4.Ausgabe 2021)

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